AnleitungAnalysisAnalysis 1

Reelle Zahlen, Betrag, Supremum und Vollständigkeit rechnen.

Ordnung, Betrag und Schranken bilden die Grundlage für Konvergenzbeweise. Hier werden Supremum, Infimum und archimedisches Prinzip rechnerisch greifbar.

Titelbild: Reelle Zahlen, Betrag, Supremum und Vollständigkeit rechnen.

Begriffe in einer Zeile

BegriffPrüffrage
obere Schranke ssgilt x≤sx\le s für alle x∈Mx\in M?
Supremumist ss die kleinste obere Schranke?
Maximumgehört die größte Zahl wirklich zu MM?
Infimumgrößte untere Schranke
Vollständigkeitbesitzt jede nichtleere, nach oben beschränkte Menge ein Supremum?

Supremum vollständig zeigen

Für M={3-2/n:n≥1}M=\{3-2/n:n\ge1\} soll supM\sup M bestimmt werden.

RechnungFunktion im Beweis
3-2/n<33-2/n<33 ist obere Schranke
sei ε>0\epsilon>0beliebige Lücke unter 3
wähle n>2/εn>2/\epsilonarchimedisches Prinzip
2/n<ε2/n<\epsilonIndexwahl auswerten
3-ε<3-2/n∈M3-\epsilon<3-2/n\in Mkeine kleinere Zahl ist obere Schranke

Also gilt supM=3\sup M=3. Ein Maximum existiert nicht, weil 3-2/n=33-2/n=3 kein endliches nn erfüllt.

Betrag und Dreiecksungleichung

Aus |x-2|≤3|x-2|\le3 folgt sofort

-3≤x-2≤3⇒-1≤x≤5. -3\le x-2\le3\quad\implies\quad-1\le x\le5.

Für Abschätzungen ist oft die Dreiecksungleichung entscheidend:

|x+y|≤|x|+|y|. |x+y|\le|x|+|y|.

Die umgekehrte Form folgt durch Umstellen:

|x-y|≥||x|-|y||. |x-y|\ge\left||x|-|y|\right|.

Formale Schlussvorlage

Zuerst wurde gezeigt, dass ss eine obere Schranke von MM ist. Danach wurde für jedes ε>0\epsilon>0 ein x∈Mx\in M mit s-ε<xs-\epsilon<x konstruiert. Folglich ist keine Zahl kleiner als ss obere Schranke und damit s=supMs=\sup M.

Fehlercheck

  • Supremum und Maximum nicht gleichsetzen.
  • Bei Multiplikation einer Ungleichung mit einer negativen Zahl das Zeichen umdrehen.
  • Eine Annäherungsfolge allein beweist noch nicht, dass der Kandidat eine Schranke ist.

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