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Mehrdimensionale Differenzierbarkeit, Kettenregel und Taylorformel.

Partielle Ableitungen sind nur Kandidaten. Prüfe die lineare Gesamtnäherung und rechne mit Jacobi-Matrix, Gradient und mehrdimensionaler Kettenregel.

Titelbild: Mehrdimensionale Differenzierbarkeit, Kettenregel und Taylorformel.

Partielle Ableitungen sind nicht genug

Differenzierbarkeit von f:Rm→Rnf:\mathbb{R}^m\to\mathbb{R}^n in a bedeutet eine lineare Abbildung A mit

|f(a+h)-f(a)-Ah||h|→0. \frac{\|f(a+h)-f(a)-Ah\|}{\|h\|}\to0.

Die Jacobi-Matrix ist der Kandidat für A. Existieren partielle Ableitungen nur punktweise, ist die Restbedingung noch nicht automatisch erfüllt.

Jacobi-Matrix

Für

f(x,y)=(x2y,ex+y) f(x,y)=(x^2y,e^{x+y})

gilt

Jf(x,y)=(2xyx2ex+yex+y). J_f(x,y)=\begin{pmatrix}2xy&x^2\\e^{x+y}&e^{x+y}\end{pmatrix}.

Mehrdimensionale Kettenregel

Sind f:R2→R2f:\mathbb{R}^2\to\mathbb{R}^2 und g:R2→Rg:\mathbb{R}^2\to\mathbb{R}, dann

Jg∘f(x)=Jg(f(x))Jf(x). J_{g\circ f}(x)=J_g(f(x))J_f(x).

Die Reihenfolge folgt dem Weg der Eingabe: zuerst JfJ_f, danach JgJ_g; in der Matrixmultiplikation steht JgJ_g links.

Taylor bis zur zweiten Ordnung

Für skalare f:

f(a+h)=f(a)+∇f(a)·h+12hfTH(a)h+R(h). f(a+h)=f(a)+\nabla f(a)\cdot h+\frac12h^TH_f(a)h+R(h).

Der lineare Term beschreibt die Tangentialebene, der quadratische Term die lokale Krümmung.

Praktisches Differenzierbarkeitskriterium

Existieren alle partiellen Ableitungen in einer Umgebung und sind sie dort stetig, dann ist f differenzierbar. Das ist hinreichend, aber nicht notwendig.

Fehlercheck

  • Richtungsableitungen in allen Richtungen beweisen allein keine Differenzierbarkeit.
  • Dimensionen der Jacobi-Matrizen vor der Multiplikation prüfen.
  • Im quadratischen Taylorterm Faktor 1/21/2 und beide h-Vektoren nicht vergessen.

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